Geschichte

Leimbach, Gilgenbach, Adorferhof

Leimbach bildet mit den Ortsbereichen Gilgenbach und Adorferhof zusammen eine Gemeinde innerhalb der Verbandsgemeinde Adenau.

Sicht auf Leimbach

Leimbach und Gilgenbach sind sogenannte Bach – Orte, sie leiten regelmäßig einzelne Bestandteile ihres Namens von Bach, hier Adenauer – und Gilgenbacher Bach, ab. Da die Endung „Bach“ nach Ansicht von Sprachwissenschaftler fränkischen Ursprungs ist, kann vielleicht die Gründungszeit dieser Orte möglicherweise bereits in fränkischer Zeit erfolgt sein. Die Vorsilbe „Leim“ bedeutet im Alt-und Mittelhochdeutschen Lehm. Der Name Leimbach bedeutet also verschlammtes Gewässer.

Gilgenbach wird erstmals 1163 in einem Brief von Konrad von Gilgenbach erwähnt, der Ort Leimbach erstmals in einer Urkunde vom 1. Mai 1216 des Grafen Ulrich von Nürburgbezüglich eiens Jahrgedächtnisses, in der die Mühle in Leimbach vier Schillinge für die ewige Lampe im Chor der Adenauer Kirche geben musste. Außerdem wird Leimbach nochmals im Güterverkehr der Trierer Abtei St. Maximin im 13. Jahrhundert unter dem Namen „Lembach“ erwähnt. Die Entstehung von Adorferhof ist ungewiss.

Postkarte: Sicht auf Leimbach von der Birkenbach

Bis 1290 zur Grafschaft Nürburg gehörig, kamen die Orte danach zum kurkölnischen Amte Nürburg. Während der Herrschaft Kur Kölns, die bis 1794 dauerte, gehören ein Viertel der Einnahmen aus der Leimbacher Kirmes dem Amte Nürburg. Die Brüder Damian und Johann von Metternich besaßen während dieser Zeit ein Burg Burglehen in Gilgenbach. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts hatte der Inhaber Berwer des Nürburg Burglehens „Zur Mühlen“ in Adenau den Zehnten von Leimbach und Gilgenbach inne. Die 1216 erwähnte Leimbacher Mühle gehörte ab 1290 dem Kölner Kurfürsten, die sie im 18.Jahrhundert für einen Zeitraum von 12 Jahren verpachteten. Laut Urkunde von 1732 – 1794 musste der jeweilige Pächter die Mühle in gutem Zustand seinem Nachfolgern hinterlassen. Für durch Blitz und Sturm verursachte Schäden kam die kurfürstliche Kammer in Bonn auf. Jährlich an Martini (11.November) hatte der jeweilige Mühleninhaber 8 Malter Roggen Nürburger Maß als Pacht zu entrichten.

1732 bat der damalige Pächter Jakob Cremer den Kurfürsten, aus dessen Waldungen Holz zur Vergrößerung seines Hauses holen zu dürfen. Seiner Bitte wurde schließlich entsprochen, aber der kurfürstliche Forstmeister Tillmann Weber zu Adenau drückte in einem Schreiben nach Bonn (Residenz der Kurfürsten) wegen Holzanweisung seine Verwunderung aus, weil dies noch nie geschehen wäre.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts besaß ein Freiherr von Wenz einen Hof in Adorf. Der jetzige Ortsbereich muss aber viel älter sein, denn er wird in einem Verzeichnis der Kirchspiel und Dörfer im kurkölnischen Amt Nürburg aus dem Jahre 1559 erwähnt. Gleichwohl muss bereits um 1500 und früher ein Adorf existiert haben, denn in einer Eintragung in das Bruderschaftsbuch der Adenauer Sebastianus – Bruderschaft von 1550 erscheint ein „Niclaß im Adorf“. Weiterhin wird Adorf 1562,1562 1572, 1586, 1599 und 1600 bezeugt.Dass es sich im Ardorf um zwei Höfe gehandelt haben muss, beweist ein Entwurf von 1727, der die Zahl der Zehntherren der Adenauer Pfarrkirche nennt.

Beim Streit um die Renovierung des Gotteshauses sollten neben dem Münsterhof in Gilgenbach beitragen ein Freiherr von Wenz in Adorf 1 ½ Malter Korn, 1 ½ Malter Hafer, sowie der Unterste Hof Adorf 1 Malter Korn und 1 Malter Hafer. 1760 baten die Gilgenbacher den Kurfürsten um Erlaubnis. ca. 38 Morgen Schiffelland gegen eine gewisse Entrichtung pachten zu dürfen.

In der Zeit von 1782 bis 1786 führten die Leimbacher gegenüber Lückenbach einen Rechtsstreit vor der Nürburger Amtsverwaltung in Adenau wegen einer gemeinsamen Schweineherde. Der Leimbacher Schweinehirt hatte von der Lückenbacher Herde 15 Tiere nach Leimbach getrieben. Leimbach wurde zu einer Zahlung von einer Geldstrafe nach Lückenbach verurteilt. 1768 – 1791 führte Leimbach mit Reifferscheid
einen Streit wegen eines Scheideweges. Im Jahre 1790 baten die Leimbacher den Kurfürsten eine neue Büscheordnung zu genehmigen. Diese lehnte jedoch das Gesuch ab, mit der Begründung, die Büscheordnung
des Erzstiftes von 1759 enthalte alles bezüglich der Waldungen, die Leimbacher sollten einen Büschehüter einstellen und ihm diese Ordnung einschärfen.

Blick auf Gilgenbach um 1823

1823 wurde das Holz der Adorfer Höfe zu den Kommunallasten der Gemeinde Gilgenbach mit herangezogen. 1826 beschwerten sich dieselben über die zu entrichtenden Viehtaxen nach Gilgenbach. Ihre Beschwerden wies der Adenauer Landrat ab, weil die Adorfer Höfer auch Gilgenbacher Grundstücke zum Weiden ihres Viehs benutzen würden. Bei einem Erlass der Taxe müsstensie anderweitige zur Bestreitung der Gilgenbacher Gemeindebedürfnisse beitragen. Dannsie mehr als jetzt zu bezahlen. 1826 klagte der Adorfer Höfer Nikolaus Nett wegen seiner Beträge zur Gilgenbacher Kommunalsteuer. Er wandte sich an die Königlich Preußische Regierung in Koblenz. Diese antwortete, dass ihm ja die zu viel bezahlte Steuer der letzten Jahre in Höhe von 2 Talern, 29 Silbergroschen und 11 Pfennigen zurückerstattet worden wäre. Ihm würden ja auch die Gilgenbacher Einkünfte zu Gute kommen. Von den einzelnen Steuerstufen könne sich keiner ausschließen.

Als bis 1888 die Bahnlinie bis Adenau gebaut wurde, erhielt auch Leimbach eine Bahnstation. Zu Anfang des 20ten Jahrhunderts, erhielt Leimbach eine Wasserleitung, in den 20 iger Jahren bekamen Leimbach, Gilgenbach und Adorferhof elektrisches Licht. Während des 2. Weltkrieges vernichteten am 8. Oktober 1944 Sprengbomben die alte Leimbacher Mühle.

Weitere Bomben fielen in Leimbach am 22. und 29.10.1944, die tiefe Trichter rissen. 1951 zählte Leimbach 208 und Gilgenbach mit Adorferhof 133 Einwohner. Seit den 60 iger Jahren bestand in Leimbach die WECO Polstermöbel GmbH und Co., die vielen Eiflern Arbeit geboten hat. Seit dem 1. November 1970 bilden die Orte Leimbach, Gilgenbach und Adorferhof eine politische Gemeinde.

1972 erhielten Gilgenbach und Adoferhof eine Wasserleitung. Um die 1970 zur politischen Gemeinde Leimbach zusammengeschlossen Ortsteile auch räumlich aneinander zu binden, wurde nach dem Zusammenschluss das Baugebiet „ Bellerwiese“ bis in die Gilgenbacher Gemarkung erweitert und bis Anfang der 80 iger Jahre fertiggestellt. Im Jahre 1973 beginnt das Flurbereinigungsverfahren Adenau – Leimbach – Herschbroich, das 1996 abgeschlossen wurde.

Im Rahmen der Gemeindezusammenlegung wollte man Leimbach 1975 an Adenau anschließen, was aber der Rat der Gemeinde einstimmig ablehnte. 1981 wurde auf dem Sportplatz ein Umkleidegebäude errichtet an deren Gesamtkosten von ca.175.000 DM sich der Kreis Ahrweiler mit 27.400 DM und die VG Adenau mit 13.700 DM beteiligte.

Als erste Dorferneuerungsmaßnahme wurde 1989 der Bauabschnitt des Dorfplatzes in Angriff genommen. An den Gesamtkosten von ca.105.000 DM beteiligte sich der Kreis Ahrweiler mit 11.000 DM. 1990 konnte der Dorfplatz eingeweiht werden. Nach Abschluss der Kanalbaumaßnahmen im Bereich der alten Bahntrasse konnte 1994 der II .Bauabschnitt des Dorfplatzes beendet werden. Nach einer Planungsphase von 1 ½ Jahren erfolgte im Dezember 1992 der erste Spatenstich zum Gemeindezentrum Leimbach, das im Mai 1994 feierlich eingeweiht wurde. Der Kreis Ahrweiler beteiligte sich an den Baukosten des Jugendraumes, der sich im Untergeschoss befindet, mit ca.33.000 DM, das Land Rheinland Pfalz an den Gesamtkosten mit 500.000 DM. 1994 wurde auch mit Eigenleistung der Bau des Spielplatzes gegenüber dem Gemeindezentrum begonnen. Im Spätjahr fand eine Gemeinderatswahl statt. Seit langer Zeit ist der Adorferhof wieder im Gemeinderat vertreten. 1995 wurde das Kapellenumfeld
in Leimbach neu gestaltet. Diese Baumaßnahme wird 1996 und 1997 aus Dorferneuerungsmittel bezuschusst. Ende Juni erfolgte der Start zum 1. Bauabschnitt des Radweges. Im September 1996 wurde der Radweganschluss Leimbach Dorfplatz – Industriegebiet Adenau fertiggestellt. Mit der Neugestaltung der Sengenbachstraße wurde 1995 begonnen und Anfang 1996 abgeschlossen.

Durch die steigende Kinderzahl im Einzugsgebiet des Kindergartens Adenau und der Änderung der Rechtlage – Rechtsanspruch von 3 jährigen auf einen Kindergartenplatz-wurde 1996 der Bau eines Eingruppenkindergartens ins Auge gefasst. Mitte 1997 wurde das Vorhaben vom Kreis und im Spätjahr vom Land abgesegnet. Der Kindergarten wurde im Mai 1998 bezugsfertig und im Sommer offi ziell eröffnet. Parallel zum Bau des Kindergartens errichtet die Feuerwehr im Anschluss an das alte Schulgebäude in der Bellerwiese das neue Feuerwehrgerätehaus. Baubeginn war der 16.Mai 1997, der Tag an dem der Holzstoß von Dr. Udo Hoffmann brannte. 1300 Arbeitsstunden wurden von den fl eißigen Helfern erbracht. 30 Jahre nachdem die Feuerwehr ins alte Gerätehaus mit einem neuen Fahrzeug eingezogen war, erhielt sie auch ein neues Fahrzeug. Am 20.09.1998 wurde das neue Gerätehaus feierlich eingeweiht und das Fahrzeug offiziell durch Verbandsgemeindebürgermeister Romes übergeben.

Am 14.November 1999 fi ndet die Einweihung des Schulungs-und Ausstellungszentrums der Firma WECO statt. Das Richtfest am Hallenneubau des Sägewerkes Schumacher feiert man am 23. März 2000. Seit Mitte 2001 liefen die Kanalbauarbeiten in Leimbach und Gilgenbach. Im Jahre 2002 war der Ortsteil Leimbach und Gilgenbach Unterdorf komplett an das Abwassersystem angeschlossen. Anno 2003 wird aus dem Jägerhof das Onroad Café. Im unteren Teil der Birkenbach und in Gilgenbach bis Adorferhof wird mir Kanal – und Straßenbaumaßnahmen begonnen. In einer Privatinitiative wird das Heiligenhäuschen an der Ecke Sengenbach-Birkenbachstraße restauriert. Ende 2003 waren die Straßen – und Kanalbauarbeiten in Gilgenbach bis auf einige Restarbeiten abgeschlossen. Im Januar 2004 zählte Leimbach 344 und Gilgenbach mit Adorferhof 217 Einwohner.

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